Ringvorlesung „Diversität als Gewinn“

Einleitung

Auch im Studienjahr 2018/19 organisiert das Institut für Diversität und Internationales der PH Steiermark in Kooperation mit dem BIMM eine Ringvorlesung. Das Thema der diesjährigen Ringvorlesung ist „Diversität als Gewinn“. Die Ringvorlesung „Diversität als Gewinn“ beschäftigt sich in neun Teilen mit kulturellen, sprachlichen, pädagogischen, psychologischen und gesellschaftlichen Aspekten der Themenfelder Mehrsprachigkeit, Interkulturaität, Flucht und Erfahrungen psychischer und physischer Gewalt.

Einige der Vorträge werden auch per Live-Stream übertragen. In diesem Themenpaket werden die online-verfügbaren Vorträge der Ringvorlesung 2018/19 laufend ergänzt. Das vollständige Programm der diesjährigen Ringvorlesung finden Sie unter dem nachstehenden Link.

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Kulturelle Werte zwischen Tradition und Veränderung

Im ersten Teil der Ringvorlesung widmet sich Dr. Karin Schreiner den Herausforderungen in einer sich verändernden Gesellschaft, der Erweiterung von kulturellem Wissen in Bezug auf unterschiedliche Wertehaltungen und wird die aktuell bedeutende Thematik mit zahlreichen Beispielen aus dem Alltag illustrieren.

Die Erfahrungen als Expatriate in Tschechien, Indien, Belgien und Finnland sowie zahlreiche Studienaufenthalte in Indien, China, Japan, Südafrika und dem Oman haben Dr. Karin Schreiner zu einer international gefragten Trainerin, aber auch zu einem kritischen Coach gemacht.

„Der interkulturelle Blickwinkel macht es möglich, die Ressourcen einer kulturell vielfältigen Gesellschaft zu nutzen.“ Unter diesem Motto arbeitet Dr. Karin Schreiner, M.A., im In- und Ausland in den Bereichen Expatriate-Management, kultursensible Gesundheitsförderung, Konfliktlösung und Coaching für Führungskräfte.
Als Lehrbeauftragte und Dozentin an der Universität Wien, an der Donau-Universität Krems sowie an den Fachhochschulen in Wien, Linz und Kufstein widmet sie sich der interkulturellen Kommunikation.

Literarisches Lernen unter migrationsgesellschaftlichen Gesichtspunkten

In der dritten Ausgabe der Ringvorlesungsreihe „Diversität als Gewinn“ behandelt Ass.-Prof. Mag. Dr. Hannes Schweiger in seinem Vortrag unter anderem folgende Fragestellungen:

  • Wie können literarische Texte als Gegenstand kulturreflexiven Lernens eingesetzt werden?
  • Wie kann die Auseinandersetzung mit Literatur in der Schule so gestaltet werden, dass dabei sprachliche Heterogenität und kulturelle Diversität Berücksichtigung finden?
  • Welche Perspektiven auf literarisches Lernen werden durch den Ansatz einer rassismuskritischen Bildung eröffnet?

Hannes Schweiger ist Assistenzprofessor am Institut für Germanistik (Fachbereich Deutsch als Fremd- und Zweitsprache) sowie am Zentrum für LehrerInnenbildung der Universität Wien. Seine Schwerpunkte sind Literaturvermittlung, Literatur im DaF-/DaZ-Unterricht, kulturreflexives Lehren und Lernen, migrationspädagogische Perspektiven auf DaZ sowie sprachliche Bildung in der Schule.

Interkulturalität in der Krise? Neue Konzepte kultureller Diversität

In der vierten Vorlesung der Reihe „Diversität als Gewinn“ geht Univ.-Doz. HS-Prof. Mag. Dr. Klaus-Börge Boeckmann auf die spannende Frage der Konzepte von „Kultur“ und „Interkulturalität“ ein.

Schon zur Blütezeit des interkulturellen Paradigmas in den 1990er Jahren gab es erste Versuche, die Begriffe „Kultur’“ und „Interkulturalität“ zu ersetzen, etwa durch „Kommunikationsgemeinschaft“ oder „Transkulturalität“. In den letzten 15 Jahren ist insbesondere die interkulturelle Pädagogik mit großer Skepsis konfrontiert und wird etwa von Vertreterinnen und Vertretern der Migrationspädagogik in Frage gestellt.

Dieser Vortrag beschäftigt sich mit dem Thema, was wir an die Stelle des Konzepts „Interkulturalität“ setzen können bzw. wie wir es (um)deuten müssen, um der Kritik gerecht zu werden. Dabei wird auch an eine jahrzehntealte Tradition der Kulturforschung erinnert, die schon lange Diversität als konstituierendes Merkmal von Kultur(en) verstanden hat.

Klaus-Börge Boeckmann ist Hochschulprofessor für Mehrsprachigkeit und Deutsch als Zweitsprache an der Pädagogischen Hochschule Steiermark. Seine Forschungsschwerpunkte sind: Plurilingualer Spracherwerb, Sprach- und Kulturbewusstheit, Lehr- und Lernkulturen, innovative Sprachendidaktik, Praxis-/ Aktionsforschung, LehrerInnenbildung in mehrsprachigen/ multikulturellen Gesellschaften.

Mehrsprachigkeitsverständnisse aus machtkritischer Sicht

In der fünften Ausgabe der Ringvorlesung „Diversität als Gewinn“ zeigt Frau Mag.a Dr.in Irene Cennamo, PhD, anhand empirischer Daten, wie sich das mehrheitlich „einsprachige“ Schulsystem auf die Lebenswelt von transkulturell-mehrsprachigen Jugendlichen auswirkt.

Welche Identitätsentwürfe haben diese Jugendlichen? Gibt es kollektive Übereinstimmungen in ihren Gewohnheiten und Erzählungen? Welche Herrschafts- und Machtverhältnisse kann man aus ihren Geschichten ableiten? Wie sind diese Machtverhältnisse zu deuten und kritisch zu reflektieren? Wie schaffen wir eine offene, kritisch denkende, diversitätsbewusste Gesellschaft?
Auf diese Fragen und mehr wird Frau Cennamo in ihrer Vorlesung zusammen mit dem Publikum eingehen.

Irene Cennamo ist als Post-Doc-Assistentin am Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt im Fachbereich Erwachsenenbildung und Weiterbildung tätig.
Ihre Forschungsschwerpunkte sind: Am Sozialraum orientierte Bildungs- und Lernforschung, Community Education und Partizipative Forschung.

Buchvorstellung: Ein Kinderbuch names „Yuni’s Bo(o)tschaft – Teddys brauchen keinen Reisepass“

In der sechsten Ringvorlesung „Diversität als Gewinn“ stellen zwei Pädagoginnen ein Buch vor, welches das Thema Flucht kindgerecht aufbereitet und behandelt. Es dient als Hilfsmittel für Kindergärten und Volksschulen, um das Thema Flucht und Migration mit Kindern zu bearbeiten. Die Geschichte ist in Reimform verfasst und mit handgezeichneten Bildern illustriert. Flucht, Vertrauen und Freundschaft sind die Themen der Erzählung. Das Buch lädt zum Mitspielen beim Vorlesen ein, ist die Geschichte doch in einem Kuvert, mit einem Spielblatt, einem gefalteten Bilderboot und Textkärtchen verpackt.

Im parallelen Zusammenspiel zwischen der Arbeit im Kindergarten und dem freiwilligen Engagement in der Flüchtlingshilfe fand das Projekt seine Wurzeln. Am Beginn stand der Gedanke, etwas tun zu müssen, Kinder aufzuklären und damit einen Grundstein für Integration zu legen. Die Autorinnen Mariella Kainz und Sarah Stiendl begannen eine Geschichte für Kinder zu kreieren. In diesem Prozess holten sie noch eine dritte Pädagogin, Erziehungswissenschaftlerin, sowie Grafikerin ins Boot – Mag.a Marlene Eibel. Sie kann zum Vorlesungstermin leider nicht anwesend sein, weil sie sich einem anderen sehr wichtigen Projekt widmet: ihrer 2 Monate alten Tochter.

Die drei Pädagoginnen möchten mit ihrem Buch sachliche Aufklärungsarbeit leisten und dabei Toleranz und empathischen Umgang mit geflüchteten Menschen im Kindesalter entwickeln. Nur ein wertschätzender Umgang schafft eine gute Basis für Inklusion und Integration.

Mariella Kainz ist Absolventin der BAfEP Mureck und studiert derzeit „Soziale Arbeit“ an der Fachhochschule Joanneum in Graz.
Sarah Stiendl ist ebenfalls Absolventin der BAfEP Mureck, arbeitet als Kindergartenpädagogin in Gralla und ist ehrenamtlich im Bezirksvorstand der Volkshilfe in Leibnitz tätig.

Gemeinsam mit einer Professorin sowie Studierenden der FH Joanneum haben die beiden Autorinnen den Verein „IdK – Inklusion durch Kreativität“ gegründet. Im Mittelpunkt des Vereins stehen die Förderung von Inklusion, das Zelebrieren von Vielfalt sowie die Wertschätzung der Diversität in unserer Gesellschaft.

Dem Lernen auf der Spur – Ergebnisse einer qualitativen Studie zur Professionalisierung von Studierenden aller Fächer für den Umgang mit sprachlicher Vielfalt

In der 7. Ringvorlesung „Diversität als Gewinn“ stellt Mag. Denis Weger, MA die zentralen Ergebnisse einer qualitativen Evaluationsstudie zur Kompetenzentwicklung von Lehramtsstudierenden aller Fächer im Rahmen einer Lehrveranstaltung zum Umgang mit sprachlicher Vielfalt vor. Konzeption und Aufbau der Lehrveranstaltung, das Forschungsdesign und die wichtigsten Ergebnisse der Studie werden thematisiert. Die Zuhörerinnen und Zuhören lernen das Konstrukt der „Professional Vision“ und dessen Potential für die Lehrerinnen- und Lehrerbildung kennen. Sie bekommen praktische Hinweise zur Verwendung von Unterrichtsvideos für die eigene Lehre. Dabei werden als Datenerhebungsverfahren Videovignetten und das Verfahren „Lautes Erinnern“ vorgestellt. Zu guter Letzt wird gezeigt, welche Auswirkungen einige zentrale Ergebnisse der Studie auf die Praxis haben.

Denis Weger hat ein Lehramtsstudium in Deutsch/Russisch sowie ein Masterstudium in Deutsch als Fremd- und Zweitsprache (DaF/DaZ) absolviert. Er arbeitet am Zentrum für LehrerInnenbildung der Universität Wien im Arbeitsbereich Sprachlehr- und -lernforschung sowie als DaF-Lektor an der Akademie der bildenden Künste Wien. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Professionalisierungsforschung zum Lehrberuf, Mehrsprachigkeit und Sprachendidaktik.

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