Muttersprachlicher Unterricht

Einleitung

Sprachliche Bildung ist ein übergreifendes Bildungsanliegen im österreichischen Schulsystem. Dieses umfasst neben Maßnahmen zur Förderung der Bildungssprache Deutsch, der Leseförderung, dem Fremdsprachenlernen und dem Minderheitenschulwesen, auch die Förderung der Erstsprachen von Schülerinnen und Schülern im Rahmen des Muttersprachlichen Unterrichts.

Dieses Themenpaket beschäftigt sich mit dem Fach Muttersprachlicher Unterricht sowie der Didaktik des Erstsprachenunterrichts in der Pädagog/innenbildung. Dabei werden aktuelle Entwicklungen zum Thema in Österreich und anderen deutschsprachigen Ländern vorgestellt.

 

 

Auf folgenden Webseiten stellt das BMBWF gesetzliche Grundlagen, Hintergrundinformationen, Ressourcen für die Unterrichtsgestaltung zum Muttersprachlichen Unterricht sowie Informationen zur Anmeldung zur Verfügung.

 

Ansprechpersonen an Bildungsdirektionen und Pädagogischen Hochschulen

Um das Fach Muttersprachlicher Unterricht in der Pädagog/innenbildung weiterzuentwickeln und zu stärken, sind Kommunikation und Zusammenarbeit verschiedener Akteurinnen und Akteure im Bildungssystem wichtig.

Sie finden hier die aktuelle Liste der Ansprechpersonen für den Muttersprachlichen Unterricht an Bildungsdirektionen und Pädagogischen Hochschulen in ganz Österreich.

 

Kommunikation und Kooperation

Seit dem Studienjahr 2019/20 sind der Muttersprachliche Unterricht sowie die Didaktik des Erstsprachenunterrichts zentrale Handlungsfelder des NCoC BIMM, um die Kommunikation und eine weitere Verankerung des Themas in der Pädagog/innenbildung insbesondere an Pädagogischen Hochschulen (Aus-, Fort- und Weiterbildung, Forschung) anzuregen. In diesem Zusammenhang wurden und werden u.a. Initiativen zur Netzwerkbildung gesetzt.

So bietet etwa die bundesweite Netzwerktagung Muttersprachlicher Unterricht Lehrpersonen von Schulen und Hochschulen sowie Tätigen in der Pädagog/innenbildung und interessierten Bildungspartner/innen einmal pro Jahr im Jänner den Rahmen für fachlichen und persönlichen Austausch sowie ein „Update“ zu aktuellen Entwicklungen.

 

 

Die bisherigen Netzwerktagungen wurden von der PH Oberösterreich in Kooperation mit dem BIMM durchgeführt. Die Netzwerktagung 2022 wird von der PH Wien in Kooperation mit dem BIMM geplant. Die Programme der bisherigen Netzwerktagungen finden Sie im Themenpaket „Muttersprachlicher Unterricht – Netzwerk“.

 

Muttersprachlicher Unterricht – Kompetenzprofil für Pädagog/innen

Das BIMM hat im SJ 2019/20 im Auftrag des BMBWF ein Kompetenzprofil für die Qualifikation von Lehrpersonen des Muttersprachlichen Unterrichts entwickelt. Mit MUKompP steht nun erstmals ein Instrument zur Verfügung, das die Kompetenzen von Lehrpersonen des Muttersprachlichen Unterrichts abbildet.

MUKompP bietet den Pädagogischen Hochschulen eine Basis für die (Weiter)entwicklung von Angeboten für die Aus-, Fort und Weiterbildung von Lehrpersonen des Muttersprachlichen Unterrichts. Bildungsdirektionen und Schulleitungen dient MUKompP als Orientierungshilfe zur Einschätzung von Qualifikationsnachweisen von Lehrpersonen bzw. von Qualifikationsangeboten zum Thema. Lehrpersonen des Muttersprachlichen Unterrichts können sich mit MUKompP ein Bild davon machen, welche Komptenzen sie aufgrund ihrer Ausbildungen und Erfahrungen bereits haben. MUKompP erleichtert ihnen die weitere Entscheidung, welche Angebote der Fort- und Weiterbildung sie zur Weiterbildung nutzen könnten.

Vorträge und Interviews

Im Rahmen von Fortbildungsveranstaltungen zum Muttersprachlichen Unterricht wurden in Vorträgen und Interviews verschiedene Aspekte des Fachs sowie der Methodik-Didaktik des Erstsprachenunterrichts thematisiert. Wir stellen die Videos dieser Vorträge und Interviews hier zum Nachsehen zur Verfügung. Die Sammlung wird laufend ergänzt.

Im Rahmen der Ringvorlesung „Sprachenvielfalt (er)leben“ im Studienjahr 2019/20 an der PH Steiermark widmete sich der Vortrag von Barbara Schrammel-Leber dem Thema „Der Muttersprachlicher Unterricht in Österreich – Ziele, Herausforderungen, internationale Perspektiven“. Auf der Netzwerktagung für Lehrpersonen des Muttersprachlichen Unterrichts im Jänner 2020 in Linz führte das Team von BildungsTV Kurzinterviews zum Thema.

 

Erstsprachenunterricht in Deutschland und der Schweiz

Wie in Österreich hat Erstsprachenunterricht auch in den anderen deutschsprachigen Ländern eine lange Tradition. In der Schweiz gibt es seit den 1930er Jahren Unterricht in „Heimatlicher Sprache und Kultur“ (HSK-Unterricht), bis heute wird der Erstsprachenunterricht so genannt. In Deutschland hat der „Herkunftssprachliche Unterricht“ (HSU) eine ähnliche Geschichte wie in Österreich. Anders als in Österreich wird der Erstsprachenunterricht in der Schweiz und in Deutschland nicht flächendeckend staatlich organisiert und finanziert.

Sowohl in Österreich, der Schweiz und Deutschland spiegeln die aktuell verwendeten Bezeichnungen für schulischen Erstsprachenunterricht die Entstehungsgeschichte im Kontext der Gastarbeitermigration. Die Bezeichnungen für den Erstsprachenunterricht sind allerdings für die gegenwärtige Lebenssituation der Schülerinnen und Schüler, die diesen Unterricht besuchen, nicht mehr passend und wären – wie Fachdiskussionen zeigen – zu überdenken. Der Großteil der Schülerinnen und Schüler, die heute schulischen Erstsprachenunterricht besuchen, ist bereits in Österreich, Deutschland oder der Schweiz geboren. In diesem Zusammenhang ist auch der Begriff „Muttersprachlicher Unterricht“ nicht mehr zeitgemäß, da der Begriff „Muttersprache“ in Fachkreisen schon länger kritisiert wurde und vom offeneren Begriff „Erstsprache“ abgelöst wurde.

Ähnlich wie in Österreich gibt es aktuell auch in Deutschland und der Schweiz Bestrebungen den schulischen Erstsprachenunterricht weiterzuentwickeln.

 

 

 

So hat sich das HSU-Netzwerk in Deutschland, als bundesländerübergreifende Vereinigung, zum Ziel gesetzt, das Wissen über HSU-Unterricht in Deutschland und darüber hinaus zu vernetzen und zu vermehren.

 

Kompetenzorientierung im Erstsprachenunterricht

In der Schweiz wurde an der PH Zürich von einem Team aus Fachexpert/innen und HSK-Lehrpersonen unter der Leitung von Basil Schader ein Materialienpaket für HSK-Lehrpersonen entwickelt, das auf Kompetenzorientierung aufbaut. Die Materialien umfassen die Themen Pädagogik, Didaktik und Methodik, Schreiben/Lesen/Mündlichkeit in der Erstsprache, Interkulturelle Kompetenzen, Lernstrategie und Umgang mit Dialekt und Standardsprache und stellen in Bezug auf die Themenvielfalt und die Ausrichtung ein bisher einzigartiges Materialienpaket für den Erstsprachenunterricht dar. Die Materialien sind in mehreren Sprachen online als PDF Dokumente zugänglich.

 

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